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Vor einigen Jahren hat sich eine Gruppe von an der Natur begeisterten Menschen zur Hohlwege-Gruppe Alsheim zusammengeschlossen und sich zur Aufgabe gemacht die Hohlwege zu erhalten, Pflegemaßnahmen durchzuführen und Gästen die Schönheit dieser einmaligen Kulturlandschaft zu zeigen. Wir wurden am Anfang belächelt aber nach einiger Zeit merkten auch die, die zuerst dagegen waren, dass sich immer mehr Menschen für die Hohlwege interessieren und auch unsere Politiker verstehen es mit der Besonderheit in der Natur zu werben.

Die Hohlwege in unserer Gemeinde sind durch die menschliche Nutzung entstanden. Der Boden in weiten Teilen von Rheinhessen besteht aus Löss. Dieser wurde in der
letzten Eiszeit vom Wind aus dem Oberrheingebiet zu uns getragen und hat sich in einer Mächtigkeit bis zu 40 m abgelagert. Der Löss ist der ideale Boden für den Anbau von Weinreben. Der Löss besteht aus Millimeter kleinen Körnchen die einen Kalkanteil von ca. 20% haben. Sie  haben einen achteckige Form und bleiben in den Lösswänden stabil stehen.Durch das Befahren der Wege mit Fahrzeugen wird der Löss gelöst und wird zu Staub. Bei Starkregen wird die lose Erde weggetragen und die Wege werden immer tiefer. Dadurch entstanden über die Jahrhunderte die Hohlwege. In Alsheim war es in früheren Jahren bei jedem Gewitter im Sommer üblich, dass  große Teile der Gemeinde vom Schlamm überflutet wurden. Nur durch die Anlage von Flutfängen und Entwässerungsgräben  konnten große Schäden verhindert werden.

Hohlweg am StratzenbergIn der Zeit ab 1920 wurden zahlreiche Hohlwege mit einem Pflaster versehen um ein weiteres Vertiefen zu verhindern. Die Wege waren auch, besonders im Herbst, nicht mehr zu befahren. Die Fuhrwerke, die die Traubenernte im so genannten Ladfass nach Hause, in die Kelterhäuser, brachten, konnten die zum Teil steilen Hohlwege nicht befahren und es kam zu Unfällen. Auch war es äußerst schwer, wenn sich in den Hohlwegen Fuhrwerke begegneten, man kann sich ja gut vorstellen wie schwer es war mit einem Pferde- oder Ochsenfuhrwerk rückwärts zu fahren.

In den Hohlwegen wurden aber auch Kellerräume in die Lösswände gegraben, So war in der Münzelhohl ein Kellerraum der Familie Münk. Im Hahlweg gibt es Keller, die in den Löss gegraben wurden und zum Teil bis zu 10 m tief reichen.

Die Hohlwege dienten in Kriegszeiten auch als Verstecke für Tiere. So gab es am oberen Ende der Selzerhohl den so genannten Geilstall, in den die Pferde des Ortes getrieben wurden (Erzählung meines Großvaters).
 Es gibt heute noch ca. 11,5 km Hohlwege, von denen etwa 10  km begehbar sind.

Dorschberger HohlDas Beste für einen Hohlweg ist es wenn er befahren wird. Dadurch wird die Verbuschung und Verbreitung der Brennnesseln verhindert . Besonders diese Pflanze breitet sich, bedingt durch den starken Düngereintrag aus den umliegenden Weinbergsflächen stark aus und unterdrückt immer mehr andere Pflanzen. Werden die Wege nicht mehr befahren müssen sie gemäht werden. Wenn keine Pflegemaß-nahmen  durchgeführt werden ist das für einige Mitbürger das Zeichen hier ihren Bauschutt und auch sonstigen Müll abzulagern. Einige Hohlwege wurden in den sechziger Jahren als Müllplätze missbraucht und so wurden die Waaserhohl, der Geilsstall , die Sau- und die Leimenhohl zugeschüttet. In der damaligen Zeit gab es auch die Bestrebung eine Flurbe-reinigung durchzuführen, doch waren die Alsheimer Winzer zu dieser Zeit sich uneinig und danach wurden diese Maßnahmen nicht mehr so stark bezuschusst und so unterblieb dieses Vorhaben.

Münzelhohl zur Zeit der BaumblüteIn unseren Hohlwegen sind immer wieder Pflegemaßnahmen durchzuführen. So haben wir in  in der Krummsteigshohl eine Trockenmauer und einen Rastplatz geschaffen. Als weiteres müssen wir in den Wintermonaten die Steppenkirschen wieder freischneiden., auch müssen immer wieder Rhobinien ausgelichtet werden  Auch an der Beschilderung der Wanderwege fehlen noch einige Wegweiser. Leider ist die Zahl der Aktiven in den letzten Jahren stark zurück gegangen und es  ist einiges noch unerledigt geblieben. Enige der Wanderwege müssten überprüft werden. Es fehlen einige Wegweiser. Mit einer Broschüre des Inhabers dieser Homepage lässt es sich gut wandern, es gibt für jeden Wandervorschlag eine Übersichtskarte.


 
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